Wein aus portugal


Vinhos contra o normal

Bevorzugt durch die besonderen klimatischen Einflüsse und die geografische Lage verfügt Portugal über ideale Bedingungen zur Kultivierung von Wein, die hier seit Jahrhunderten betrieben wird. Angebaut werden über 250 verschiedene heimische Rebsorten, mehr als in jedem anderen Land in Europa. Auch zahlreiche internationale Sorten finden hier beste Voraussetzungen. Die produzierten Weinstile sind entsprechend vielfältig. Ein typisch portugiesisches Cuvée kann aus 40 Sorten und mehr bestehen, deren Reben in der gleichen Parzelle gemeinsam wachsen und geerntet werden. Weine, die nur aus einer einzigen Rebsorte bestehen, können je nach Region aufgrund von Wetter und Bodenbeschaffenheit doch sehr unterschiedlich sein. Neben Großproduzenten existieren zahlreiche mittlere und kleine Familienbetriebe, die mit alten Lagen und kleinen Mengen arbeiten. Seit einigen Jahren mischt eine neue Generation von Winzern den von den großen Weinhäusern dominierten Markt in Portugal mit eigenwilligen Weinkreationen auf. Hier spielen naturnaher Anbau, Spontangärung mit eigenen Hefen und die Verwendung alter Ausbaumethoden wie das Pressen der Trauben mit den Füßen und Ausbau ohne Temperaturkontrolle in Steinbecken oder -tanks eine herausragende Rolle.


Naturwein / Natural Wine

Der Begriff Naturwein unterliegt keiner festen Definition und bezeichnet Weine, bei denen sich aufgrund des minimalen Eingriffs durch den Winzer das Zusammenspiel von Terroir, Klima und den natürlichen Vorzügen der verwendeten Rebsorten unmittelbar widerspiegeln. Die Trauben stammen aus naturnahem oder auch biologischen Anbau und die Gärung erfolgt mit eigenen Hefen. Die Weine sind nicht mit Eiweiß geschönt und nur mäßig oder gar nicht gefiltert. Auf das Schwefeln zum Stabilisieren der Weine vor der Abfüllung nach Möglichkeit verzichtet. Synonyme Begriffe für Naturwein sind Naturals, Natural Wine, Naked Wine, Vin Vivant oder Vin Naturel.


Orange Wine / Vinho de Curtimenta

Als „Orange Wine“ wird Weißwein bezeichnet, der wie Rotwein mit den Schalen vergoren wird. Eine längere Standzeit auf der Maische sorgt für die spezifische orange Farbe und die typischen Aromen. In Portugal heißen diese Weine „Vinhos de Curtimenta“ und ihre Herstellung beruht auf einer Jahrhunderte alten Tradition. Die modernen Vertreter werden häufig wie Naturweine nach einer spontanen Gärung mit den eigenen Hefen unter minimalem Eingriff ausgebaut und reifen in Amphoren aus Ton oder Tanks aus Zement bis zur Abfüllung in Flaschen. Die Geschmacksnoten reichen von Quitte, Feige und unreifem Apfel bis hin zu Nuancen von Nüssen und Honig mit Anklängen von Kräutern und einer langanhaltenden, lebhaften Frische.





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